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Bücherecke

Hier kommen Themen rein, die nicht mehr benötigt werden, oder noch sortiert werden müssen.
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Maren

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Re: Bücherecke

Beitrag24. April 2016, 14:47

Die Falschmünzer-Republik: Von Politblendern und Medienstrichern

Rezension von Wolf Gauer

Manches gute Buch, das man am liebsten selbst geschrieben hätte, erscheint auf keiner Bestsellerliste, liegt also auch nicht auf dem vordersten Ladentisch oder gleich neben der Kasse. Womit wir schon beim Thema wären, nämlich bei der Rundum-Manipulation des homo sapiens teutonicus, soweit dieser als Wahlvieh, Soldat oder Verbraucher noch von Interesse ist. Denn gerade darum geht es in Volker Bräutigams »Die Falschmünzer-Republik. Von Politblendern und Medienstrichern«. Ich empfehle es vor allem denen, die sich fragen, warum sie sich mehr und mehr vom Fernsehen, von den Illners, Kerners und Wills abwenden und deshalb wieder zu einem Buch greifen. Und sich dabei auch unterhalten wollen, diesmal sogar unter Tränen: des Zorns und der Komik.

Man hätte sie gern selbst verfaßt, diese Abrechnung, wenn ... ja, wenn man den Mumm und vor allem die Erfahrungen hätte, die der alte Laubenpieper mitbringt, wenn er durch die Latten seines Zaunes späht und sinniert: »Wie stinkt man gegen den überwältigenden Informationsmüll der staatsfrommen Öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und der (käuflichen) Konzernmedien an? Wie rüttelt man die Mitwelt wach?«

In der Rolle eines schrebergärtnernden Pensionärs plaudert da nämlich einer aus der Schule: aus 45 Jahren Medienerfahrung als Macher bei Druckmedien, bei der Tagesschau oder als Dozent in Ostasien. Er hat erlebt, wie sehr sich China von den Zerrbildern unterscheidet, die uns täglich von Leuten aufgetischt werden, die schon vom krummen Weg Europas nichts verstehen noch verstehen wollen und uns beispielsweise - Freud freut sich - die Ideale der Französischen Revolution als Egalité, Légalité (sic) und Fraternité verkaufen wollen (Caren Miosga, Tagesthemen).

Bräutigam läßt seinen Laubenpieper saftiges Deutsch sprechen. Er greift am Buffet mit der Hand zu, wo es mit Messer und Gabel zwar vornehmer, aber umständlicher und weniger effektiv wäre: 33 scharf gewürzte Kapitel, darunter »Tierlieb - werde Metzger«, »Fuck the Poor«, »Giftspinnen im Äther«, »Paradiesvögel und Pappnasen« oder »Bilderle gucken, Bilderle fälschen«.

Bitterer wird es, wenn der ehemalige Redakteur und Personalrat des Norddeutschen Rundfunks in seinen Erinnerungen kramt und schildert, wie verantwortungsvolle journalistische Arbeit und der Informationsauftrag öffentlich-rechtlicher Medien zu methodischer Desinformation verkommen. Erst recht, wenn er bewußt zurückgehaltene Informationen nachreicht, zum Beispiel wie staatliche Forschungseinrichtungen mit der Rüstungsindustrie bei der Entwicklung grausamster »nicht-tödlicher Waffen« (Non Lethal Weapons) zusammenarbeiten - Waffen zur »Kontrolle« der Zivilbevölkerung, an deren Langmut die Regierungsbänkler rechtens zweifeln.

Gegenpart des pointiert argumentierenden Kompostspezialisten ist seine Zwillingsschwester, die pfiffig Contra gibt, ihren hochweisen Dalai Lama verteidigt und erst stoppt, wenn der Bruder sie sanft sokratisch zu wichtigeren Fragen hinbugsiert: Was suchen deutsche Soldaten in Afghanistan? Warum kommt der Dalai Lama so häufig nach Deutschland? Warum verfälschen öffentlich-rechtliche Medien Fakten über China? Warum mußten ehemalige DDR-Grenzer wegen der »Mauertoten« vor Gericht, BRD-Grenzer wegen dutzender erschossener Kaffeeschmuggler aber nicht? Und - nach BSE, SARS, Vogel- und nunmehr Schweinegrippe - wen wird die deutsche Journaille wohl als nächsten durchs Dorf jagen? In wessen Auftrag und Interesse?

Bräutigam liefert Antworten, kritische Analyse und den Nachweis, daß die Massenmedien unisono mit Falschinformation bestehende gesellschaftliche Mißverhältnisse fördern. Falschmünzer im Sold jener Eliten, die unbegrenzt Reichtümer aufhäufen und ohne jede demokratische Legitimation unbeschränkte Macht ausüben.


Volker Bräutigam: »Die Falschmünzer-Republik«, Scheunen-Verlag 300 Seiten mit Karikaturen von Klaus Stuttmann, (info@scheunen-verlag.de)
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Maren

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Re: Bücherecke

Beitrag27. April 2016, 09:39

Journalismus 2020 – was wird sich ändern?

„Wie wird der Journalismus im Jahr 2020 aussehen?“ Das hat die „Deutsche Gesellschaft Qualitätsjournalismus“ handverlesene Experten gefragt und ihre Antworten in einem Buch festgehalten.

Der 82-seitige Almanach „Journalismus 2020. Die Macht der Medien von morgen“ der Deutschen Gesellschaft Qualitätsjournalismus kann gegen eine Schutzgebühr von 10 Euro unter almanach@dgqj.de bestellt werden.
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Re: Bücherecke

Beitrag20. Juni 2016, 12:43

Franziska Kuschel: "Schwarzhörer, Schwarzseher und heimliche Leser. Die DDR und die Westmedien." Wallstein Verlag, Göttingen 2016, 329 Seiten – 34,90 EUR, E-Book - 27,99 EUR
Unter dem Titel „Schwarzhörer, Schwarzseher und heimliche Leser“ untersucht Franziska Kuschel die Strategie der DDR, den Konsum der Medien aus der Bundesrepublik zu verhindern oder wenigstens zu kontrollieren und einzudämmen. Das galt vor allem in den 1950er und 60er Jahren, wo die Seher_innen von Westfernsehen als geistige Grenzgänger kriminalisiert wurden. In der DDR waren sogar Hans-Joachim Kulenkampff-TV Shows und auch das christliche „Wort zum Sonntag“ als gefährliche Indoktrination eingestuft. Dabei konnten rund 85 Prozent der DDR-Bürger das Westfernsehen empfangen. Die große Ausnahme waren Teile in Sachsen und Dresden – im „Tal der Ahnungslosen“.
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Re: Bücherecke

Beitrag3. Oktober 2016, 00:14

Dieses Buch hat - laut Autor Jens Wernicke - auch Liz Mohn schon persönlich geärgert.

"Seit Jahren steigt die Einwirkung privater Consulting-Agenturen, Think Tanks und Expertenräte auf politische Entscheidungen - und auf deren operative Umsetzung. Es werden jedoch auch zunehmend kritische Stimmen laut, für die diese Intervention einer neuartigen Ratgeberindustrie zugleich Kehrseite einer schleichenden Entdemokratisierung der Gesellschaft ist: die Wirksamkeit einer demokratischen Öffentlichkeit sowie die Legitimationspflicht politischer Institutionen nehmen gleichermaßen ab. Aus dieser kritischen Perspektive analysieren die AutorInnen des vorliegenden Bandes die Praxis der Bertelsmann Stiftung, der in Deutschland wohl einflussreichsten privaten Politikberatungsagentur, die auf nahezu allen gesellschaftlichen Feldern operativ tätig ist und Reformszenarien entwirft."

"Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, der greift zu dem soeben in zweiter Auflage erschienenen Sammelband 'Netzwerk der Macht - Bertelsmann'" (Godehard Weyerer in: Süddeutsche Zeitung)

"Die Autoren zeigen nachvollziehbar und von jedem Leser nachrecherchierbare Fakten auf, wie sehr die Bertelsmann-Stiftung bereits über ihre eigenen wissenschaftlichen Institute und Beratungsagenturen die Politik infiltriert hat (siehe Hartz IV). Sie zeigen aber auch, wie leicht sich die potentiellen Gegner wie Grüne, Linke und Gewerkschafter ins Boot holen ließen." (Karl-Horst Möhl in: Rhein-Neckar-Zeitung)

"Einen ausgezeichneten Überblick [...] gibt das Buch Netzwerk der Macht - Bertelsmann" (Sozialistische Zeitung vom Dezember 2007)
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Re: Bücherecke

Beitrag3. Oktober 2016, 11:54

Meinungsfreiheit oder die Macht der Medien

Dieses Buch setzt sich mit den neuen Entwicklungen in der Medienwelt auseinander, die durch die digitalisierte Verbreitung von Nachrichten hervorgerufen worden sind.

Erfahrene Journalisten aus Funk und Fernsehen, Online- und Printmedien sowie Wissenschaftler schildern anhand verschiedener Beispiele, wie die sogenannten Mainstream-Medien die öffentliche Diskussion prägen und in Bahnen lenken.

Der Druck zur schnellen Verwertung und Verbreitung von Nachrichten steigt. Breaking News bestimmen das Tagesgeschehen. Die Macht suggestiver Bilder ersetzt häufig fundierte und ergebnisoffene Recherche. Investigativer Journalismus ist zum Luxus geworden. Zwar ist die Meinungs- und Pressefreiheit durch Artikel 5 des Grundgesetzes geschützt. Doch äußere Bedrohungen durch Terrorismus, aber auch staatliche Zensur nehmen ebenso zu wie die „Schere im Kopf“. Erschwert wird die individuelle Meinungsbildung auch durch den „Informationskrieg“, der von den Großmächten im Internet und in den sozialen Medien angezettelt worden ist.

Der Band widmet sich daher intensiv der Frage, inwieweit Journalisten und Medien ihrer Aufklärungs- und Kontrollfunktion gerecht werden (können).

Dieter Korczak (Hg.)
Meinungsfreiheit oder die Macht der Medien
Können Journalisten und Medien ihrer Aufklärungs- und Kontrollfunktion gerecht werden?
2016, 144 Seiten, 19,00 €
ISBN 978-3-89334-610-3
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Re: Bücherecke

Beitrag20. Oktober 2016, 12:34

Medienkritik: drei aktuelle Bücher
Dreifach-Rezension von Lothar Struck

Lügen, Lücken und Mediendiät

Was ist am «Lügenpresse»-Vorwurf dran? Sind es nicht viel mehr Lücken als Lügen oder ist eigentlich alles gar nicht so schlimm? Drei Autoren nähern sich aus unterschiedlicher Perspektive den zentralen Topoi aktueller Medienkritik.
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Re: Bücherecke

Beitrag26. Oktober 2016, 19:30

Die Nimmersatten - Die Wahrheit über ARD und ZDF
Von Hans-Peter Siebenhaar

Deutschland leistet sich das teuerste und ineffizienteste öffentlich-rechtliche Rundfunksystem der Welt. Für das jeder zahlen muss, auch wenn er die Angebote nicht nutzt. Doch politischer Filz, Skandale um kriminelle Machenschaften und Vetternwirtschaft sowie Verschwendung von Gebühren haben das Vertrauen der Bürger zutiefst erschüttert. Brauchen wir wirklich 22 Fernsehkanäle und 67 Radiosender, von denen manche quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit senden?
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Re: Bücherecke

Beitrag3. Februar 2017, 21:32

Gellermann, Uli; Klinkhammer, Friedhelm; Bräutigam, Volker:

Die Macht um acht - 15 Minuten Tagesschau

Neue Kleine Bibliothek 241, etwa 160 Seiten
Erscheinungstermin: März 2017
ISBN 978-3-89438-633-7

15 Minuten lang informiert die Tagesschau Abend für Abend über die wichtigsten Nachrichten des Tages. Als »Flaggschiff der ARD« gibt sie sich als verlässlich, neutral und seriös. Diesen Anspruch hinterfragen Uli Gellermann, Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer detailliert und gründlich. Sie gehen der Geschichte der Tagesschau seit der Gründung ihres Vorgängers durch den britischen Geheimdienst nach, beleuchten ihre Vermittlung und Auswahl von Nachrichten, kommentieren ihre Berichterstattung zu zentralen aktuellen Themenschwerpunkten wie dem Krieg gegen Syrien und dem Konflikt um die Ukraine, stellen die viel zu unbekannten »Programmbeschwerden « als Möglichkeit des Zuschauerprotests und der demokratischen Auseinandersetzung mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk dar. Ihr Fazit ist ernüchternd. Sie halten die Tagesschau weder für verlässlich noch für neutral, nur für bedingt seriös und bestenfalls für schlau. Nach diesen 15 Minuten weiß man, was die Regierung denkt; was die Republik denken soll und was zu denken unter den Tisch fallen kann.

Uli Gellermann, *1945, Journalist und Filmemacher. Hat als Creative Director gearbeitet. Verantwortet die Website rationalgalerie.de.

Friedhelm Klinkhammer, *1944, Jurastudium in Hamburg. Dreieinhalb Jahrzehnte angestellt beim NDR. Langjähriger IG Medien / ver.di-Vorsitzender und Gesamtpersonalratsvorsitzender im NDR.

Volker Bräutigam, *1941, Journalist. 14 Jahre bei Tageszeitungen, danach beim NDR in Hamburg, dort u. a. zehn Jahre Redakteur bei der Tagesschau und weitere zehn Jahre in der Kulturredaktion von N3. Seit 2001 freier Autor.
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Re: Bücherecke

Beitrag27. März 2017, 21:27

Lügen die Medien? von Jens Wernicke

Die etablierten Medien stecken in einer Glaubwürdigkeitskrise. Immer weniger Bürger vertrauen ihnen, insbesondere die Leitmedien stehen unter scharfer Kritik. Und selbst Politiker konstatieren inzwischen eine „erstaunliche Homogenität“ (Frank-Walter Steinmeier) und mangelnde Vielfalt der veröffentlichten Meinungen. Wie konnte es dazu kommen, was sind die Krisenursachen und was ist zu tun? Jens Wernicke hat mit über zwanzig Medienexperten über die verschiedenen Facetten der Vertrauenskrise gesprochen und sucht nach Lösungen und Auswegen. Das Resultat ist ein unverzichtbares Kompendium der Medienkritik.

Verlag: Westend; Auflage: 1 (1. August 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3864891884
ISBN-13: 978-3864891885
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Re: Bücherecke

Beitrag22. April 2017, 15:15

Die Unbelangbaren - Wie politische Journalisten mitregieren
Wer kontrolliert die Vierte Gewalt?

Thomas Meyer
Suhrkamp Verlag
ISBN: 978-3-518-12692-9
http://bit.ly/Meyer_DieUnbelangbaren
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Re: Bücherecke

Beitrag3. Juni 2017, 20:42

Die Macht um acht - Der Faktor Tagesschau

Autoren: Uli Gellermann, Friedhelm Klinkhammer, Volker Bräutigam,

Neue Kleine Bibliothek 241, 173 Seiten
ISBN 978-3-89438-633-7

Verlagstext:

15 Minuten lang informiert die Tagesschau über die vorgeblich wichtigsten Ereignisse des Tages. Als »Flaggschiff der ARD« gibt sie sich als verlässlich, neutral und seriös. Diesen Anspruch hinterfragen Uli Gellermann, Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer detailliert und gründlich. Sie gehen der Geschichte der Tagesschau nach, beleuchten ihre Vermittlung und Auswahl von Nachrichten, kommentieren ihre Berichterstattung zu zentralen aktuellen Themenschwerpunkten wie dem Krieg gegen Syrien und dem Konflikt um die Ukraine, stellen die viel zu unbekannten »Programmbeschwerden « als Möglichkeit des Zuschauerprotests und der demokratischen Auseinandersetzung mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk dar. Ihr Fazit ist ernüchternd. Sie halten die Tagesschau weder für verlässlich noch für neutral, nur für bedingt seriös und bestenfalls für schlau. Nach diesen 15 Minuten weiß man, was die Regierung denkt; was die Republik denken soll und was zu denken unter den Tisch fallen kann.


Uli Gellermann, *1945, Journalist und Filmemacher. Hat als Creative Director gearbeitet. Verantwortet die Website rationalgalerie.de.

Friedhelm Klinkhammer, *1944, Jurastudium in Hamburg. Dreieinhalb Jahrzehnte angestellt beim NDR. Langjähriger IG Medien / ver.di-Vorsitzender und Gesamtpersonalratsvorsitzender im NDR.

Volker Bräutigam, *1941, Journalist. 14 Jahre bei Tageszeitungen, danach beim NDR in Hamburg, dort u. a. zehn Jahre Redakteur bei der Tagesschau und weitere zehn Jahre in der Kulturredaktion von N3. Seit 2001 freier Autor.
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Re: Bücherecke

Beitrag1. Juli 2017, 19:32

Für eine Studie über Fehlentwicklungen im Journalismus ließ Hans Mathias Kepplinger 332 repräsentativ ausgewählte Tageszeitungs-Redakteure befragen. Es ging dabei um prominente, belegte Fälle unangemessener Skandalisierung und das "Totschweigen" von Nachrichten. Der renommierte Professor für Empirische Kommunikationsforschung untersuchte die Einstellung zur Verletzung journalistischer Berufsregeln.

"Totschweigen und Skandalisieren. Was Journalisten über ihre eigenen Fehler denken"

2017, 232 S., 11 Abb., 28 Tab.,
ISBN 978-3-86962-284-2
21,00 EUR

Interview auf Kress.de
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Re: Bücherecke

Beitrag1. Juli 2017, 19:49

Politisches Framing. Wie eine Nation sich ihr Denken einredet – und daraus Politik macht
von Elisabeth Wehling

2016
224 S., Broschur, 190 x 120 mm, dt.
ISBN 978-3-86962-208-8

Nicht Fakten bedingen unsere Meinungen, sondern Frames. Sie ziehen im Gehirn die Strippen und entscheiden, ob Informationen als wichtig erkannt oder kognitiv unter den Teppich gekehrt werden. Frames sind immer ideologisch selektiv, und sie werden über Sprache aktiviert und gefestigt – unsere öffentlichen Debatten wirken wie ein synaptischer Superkleber, der Ideen miteinander vernetzen kann, und zwar dauerhaft. In der Kognitionsforschung ist man sich daher schon lange einig: Sprache ist Politik.

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Re: Bücherecke

Beitrag3. August 2017, 21:04

Transparency and Funding of Public Service Media – Die deutsche Debatte im internationalen Kontext

Durch ihren öffentlichen Auftrag und die Finanzierung durch die Haushaltsabgabe stehen ARD, ZDF und das Deutschlandradio unter einem besonderen Legitimations- und Rechtfertigungsdruck. Dabei rücken Forderungen nach transparenteren Finanz- und Gremienstrukturen der Sendeanstalten zunehmend in den Vordergrund. Neben der deutschen Debatte reflektiert der Band in 14 Länderfallstudien Entwicklungen und Diskussionen um die Zukunft der Finanzierung öffentlich-rechtlicher Medien und verbindet dabei medienpolitische Forschung und Praxis.


Die Herausgeber (Christian Herzog, Heiko Hilker, Leonard Novy und Orkan Torun) bieten mit dem Buch eine Reflektion der aktuellen Debatte, zeigen internationale Entwicklungen auf und bieten damit einen umfassenden Überblick zum Themenfeld.

http://www.springer.com/us/book/9783658179960
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Re: Bücherecke

Beitrag28. Juni 2018, 20:49

Kurze Besprechung: Die Angst der Eliten – Wer fürchtet die Demokratie?

Paul Schreyers Die Angst der Eliten – Wer fürchtet die Demokratie gehört ohne Wenn und Aber auf die private „List of must read books“, wenn es um die Ausleuchtung von Teilaspekten der gegenwärtigen Demokratiekrise geht. Über 30 Seiten Anhang, auf denen sich Anmerkungen, Quellenangaben und das Personenregistert verteilen, zeugen von dem Streben nach Genauigkeit. Das Ergebnis ist ausgesprochen hilfreich, zum Verständnis einer aus dem Leim geratenen Demokratie, in der Konsequenz aber nicht richtungsweisend – und das ist völlig okay. Schreyer krampft sich eben keine Lösung aus dem Kreuz, will er auch nicht, wie er schon im Vorwort ankündigt, sondern übergibt den Staffelstab des Nachdenkens an die Leserinnen und Leser. Klar ist eins: Die Mächtigen fürchten das Volk und bekämpfen deshalb die Demokratie.
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Der Krieg gegen den Iran

Beitrag10. August 2018, 19:24

Die Publikumskonferenz setzt sich seit ihrem Bestehen für eine objektivere und ausgewogenere Berichterstattung in den Öffentlich Rechtlichen Medien ein. Wir möchten daher auch darauf hinweisen, wenn größere Publikationen auf den Markt kommen, die ein Gegengewicht zu der oft von Vorurteilen eingefärbten Berichterstattung darstellen. In diesem Zusammenhang sind wir über ein neues Buch von Jochen Mitschka gestolpert, „Der Krieg gegen den Iran“, erschienen im Nibe-Verlag.

Ein Buch über den Iran, der „ausgewogen“ wäre und die Themen behandelt, die der Autor in seinem Buch anspricht, wäre sicher so dick geworden, dass sich niemand das Lesen zumuten würde. Außerdem wäre das mehr, als Jochen Mitschka mit seinem Buch beabsichtigt. Er will bewusst nicht die offiziellen Narrative wiederholen, sondern gemeinsam mit dem Co-Autor Dr. Hossein Pur Khassalian, einem Exiliraner, der zur Zeit des Schahregimes nach Deutschland kam, um hier Medizin zu studieren, und seitdem zwar in Deutschland lebt, aber sehr engen Kontakt in den Iran pflegt, ein alternatives Bild des Iran zeigen.

Das Buch erklärt zunächst die Vergangenheit des Iran in Hinsicht auf Angriffe des Westens, die Jahrhunderte zurück reichen, sich aber seit der Revolution von 1979 extrem verstärkten. Wer von Intrigen, Morden, Krieg und CyberWar liest, versteht, warum viele Menschen im Iran, insbesondere die USA wenig wertschätzen. Im nächsten Kapitel geht der Autor auf die staatlichen Organe ein. Mit Hilfe von Dr. Hossein Pur erklärt er die jüngere Politik, und widerlegt einige der im Westen gepflegten Narrative. Besonders interessant ist auch der Vergleich der staatlichen Organisation im Iran gegenüber Deutschland oder der USA.

Dann geht das Buch auf das Narrativ der gefälschten Wahlen, insbesondere der Wahlen von 2009 ein, und versucht die Frage zu beantworten, ob die Führung des Iran tatsächlich radikalfundamentalistisch ist. Das Buch erwähnt auch die dunklen Seiten der postrevolutionären Massaker und lässt einen Exiliraner zu Wort kommen, der seine Geschichte beschreibt und warum er das heutige System hasst.

Ein wichtiges Kapitel ist das über die Frauen im Iran, und welche Rolle das Hidschab / Kopftuch spielt. Besonders interessant sind auch die Hintergründe der Regime-Change Anstrengungen der USA, wer für „Drehbuch, Regie, Schauspielerei, Komparsen“ zuständig ist und welche Rolle die inzwischen von den USA finanzierte Terrororganisation Mojahedin-e-Khalq (MEK) spielt. Dabei geht Jochen Mitschka auch auf die Unruhen von Ende 2017, Anfang 2018 ein, und zeigt auf, welche Reaktionen dann in einer repräsentativen Umfrage durch ein US-Institut in der Bevölkerung festgestellt wurden.

Das Buch wird begleitet durch einen Blog, in dem interessante Meldungen verarbeitet sind, die nach Drucklegung der ersten Auflage das Thema weiter vertieft und in dem man die Originalquellen als Link zum einfachen Anklicken vorliegen hat. Und davon gibt es Hunderte.

Dort findet man den Satz:

“Aber richtig heiß wird der Wirtschaftskrieg im November, wenn die USA verhindern wollen, dass der Iran Öl exportiert. Eine falsche Bewegung der Militärs, oder wieder einmal ein False-Flag wie sogar wiederholt gegen den Irak erfolgreich (Brutkastenlüge und Massenvernichtungswaffenlüge), kann dann zu einer Katastrophe führen.“


Allein deshalb sollte man das Buch lesen, um zu verstehen, was im November passiert.
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Re: Bücherecke

Beitrag17. August 2018, 18:44

Warum eine bargeldlose Welt alles andere als erstrebenswert ist

17. August 2018 — Diese Woche erscheint das Buch „Schönes neues Geld“ von Norbert Häring. Es ist ein Warnruf zu einer Entwicklung, die sich weitgehend im Verborgenen abspielt, jedenfalls ohne größeres Medieninteresse. Häring schreibt: „Mit diesem Buch möchte ich die Öffentlichkeit überzeugen, dass Bargeld nicht einfach so verschwindet, sondern als Teil einer durchdachten globalen Strategie verdrängt wird“. Dass diese Strategie keine Verschwörungstheorie ist, sondern höchst real und dazu selbstverständlich genommene Freiheiten bedroht, schildert er anschaulich und faktenreich. I
Es folgt der Text von Norbert Häring.
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John Grisham entlarvt das US-Jobwunder

Beitrag20. August 2018, 19:46

John Grisham entlarvt das US-Jobwunder

Statistisch geht es dem US-Arbeitsmarkt blendend. Doch wer, wie John Grisham in seinem neuen Roman, genauer hinschaut, entdeckt eine andere Realität.

4,1 Prozent Wirtschaftswachstum, monatlich 210.000 neue Jobs, Arbeitslosenquote mit 3,9 Prozent auf dem tiefsten Stand seit 2000, 2,7 Prozent mehr Lohn binnen Jahresfrist. Das sind die neuesten Meldungen aus den USA.

Dass die Inflation im selben Zeitraum um 2,9 Prozent gestiegen, die Reallöhne somit leicht gesunken sind, war weder im offiziellen Pressekommuniqué des Bureau of Labor Statistics noch in den Presseberichten zu lesen. Es hätte schlecht gepasst zu Überschriften wie „US-Arbeitsmarkt ist gut in Schwung“.

Wie mies es um diesen Markt steht, hat indessen der Krimiautor John Grisham in seinem wie immer gut recherchierten Roman „The Rooster Bar“ aufgezeigt. Der gelernte Rechtsanwalt illustriert das am Beispiel der Juristen, die zu den bestbezahlten Berufsleuten in den USA gehören. Absolventen der Spitzenuniversitäten können mit Anfangssalären von 175.000 Dollar rechnen. Entsprechend groß ist der Andrang auf die Hochschulen, die den Weg zum Anwaltspatent ebnen.

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Re: Bücherecke

Beitrag26. August 2018, 13:32

Die öffentliche Meinung

Der amerikanische Journalist und Regierungsberater Walter Lippmann (1889-1974) war eine überaus schillernde Persönlichkeit. Sein berühmtes Buch „Die öffentliche Meinung“ wird von vielen als Handlungsanleitung an die Herrschenden zur Manipulation verstanden. Lippmann selbst stand den mächtigen Eliten seiner Zeit nahe, sah sich selbst aber als Aufklärer, der der Öffentlichkeit bloß eine Einsicht in die Notwendigkeit moderner Politik nahelegte: Die Wirklichkeit werde über Symbole, über Stereotype vermittelt. Wer regieren wolle, der müsse das berücksichtigen. „Brauchbare öffentliche Meinungen“, so Lippmann, müssten erst einmal „geschaffen“ werden, anders würden sich komplexe Gesellschaften nicht lenken lassen.

Lippmanns Leben begann vielversprechend und voller Möglichkeiten. Er wuchs in wohlhabenden New Yorker Verhältnissen auf, besuchte eine Privatschule und studierte in Harvard. In seiner Jugend liebäugelte er zunächst noch mit sozialistischen Ideen, verstand sich später aber „zunehmend als Sozialingenieur“ und setzte „seine Hoffnung auf die Managerelite, die er als Gegenspieler der Eigentümer sieht“ – so beschreiben es die Ökonomieprofessoren Walter Ötsch und Silja Graupe in ihrer lesenswerten Einführung zur diese Woche erschienenen deutschen Neuausgabe von „Die öffentliche Meinung“.

Ab sofort im Handel: Walter Lippmann: Die öffentliche Meinung, 380 Seiten, 26 Euro.

Rezension von Paul Schreyer im Rubikon
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Re: Bücherecke

Beitrag29. August 2018, 19:16

Die Putin-Interviews
von Oliver Stone - jetzt auch in deutscher Übersetzung

„Die Putin-Interviews sind das Ergebnis von mehr als einem Dutzend Gesprächen, die der Oscar-prämierte Regisseur Oliver Stone über einen Zeitraum von 2 Jahren hinweg mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin führte. Noch nie zuvor hat der russische Präsident einem westlichen Gesprächspartner ein so langes und dermaßen ausführliches Interview gegeben. Kein Thema bleibt ausgespart. Das erste Interview fand statt, als Stone in Moskau den NSA-Whistleblower Edward Snowden aufsuchte, das letzte nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten.

Als Reaktion auf Stones Fragen spricht Putin über die russisch-amerikanischen Beziehungen, über den Vorwurf, der Kreml habe sich in die amerikanischen Präsidentschaftswahlen eingemischt, über Russlands Beteiligung an Konflikten in Syrien, der Ukraine und andernorts. Putin spricht über seinen Aufstieg zur Macht und über sein Verhältnis zu den US-Präsidenten Clinton, George W. Bush, Obama und Trump. Es sind persönliche, provokante und manchmal auch surreal wirkende Gespräche.

Durch Querverweise und Quellenangaben ermöglicht das Buch dem Leser ein tieferes Verständnis der in den Gesprächen behandelten Themen und steigert auf diese Weise das Lesevergnügen."

»Für alle, an denen die jahrelange Verteufelung Putins durch die Massenmedien nicht spurlos vorbeigegangen ist, werden Oliver Stones beispiellose Interviews mit Wladimir Putin ein wahrer Augenöffner sein. Die Gespräche behandeln das Private genauso wie das Politische, es geht um Russland, um Amerika, um wenig bekannte Episoden und um die aktuellen Nachrichten.«

Stephen F. Cohen, Professor für Russistik, New York University und Princeton University

»Eine historische Interviewreihe von immenser Bedeutung (…) Diese Gespräche sind ein Schlüsseltext zum Verständnis unserer gefährlichen Zeit.«

Robert Scheer, Journalist und Bestsellerautor

»Oliver Stones Putin-Interviews sind ein dringend benötigtes Gegengift zur Russland-Hysterie, die die USA gepackt hat. Wer mithilfe der Interviews Zeit mit Wladimir Putin verbringt, muss einfach seine Menschlichkeit, seine Intelligenz und seinen völligen Mangel an Antipathie gegenüber den USA erkennen.«

Dan Kovalik, Anwalt für Menschenrechte
»Stone gelingt es mit seiner Arbeit, unsere Perspektive neu auszurichten.«

New York Times“
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Re: Bücherecke

Beitrag31. August 2018, 18:48

Dirk Müller: Machtbeben
Die Welt vor der größten Wirtschaftskrise aller Zeiten - Hintergründe, Risiken, Chancen


Als Kleptokratie bezeichnet man eine Staatsform in der die Plünderer, die Diebe über die Gesellschaft herrschen. Es ist die Steigerungsform der Plutokratie, der Herrschaft der Reichen. Die Übergänge sind fließend und laut dem Börsenmakler und Buchautoren Dirk Müller („Mr. Dax“) sind wir inzwischen schon ein gutes Stück auf dem Weg vorangekommen. Müller, bekannt sowohl für seinen ökonomischen Sachverstand wie für seinen politischen Klartext, hat diese Woche ein neues Buch vorgelegt, in dem er diese These nicht nur anschaulich belegt, sondern zudem eine Fülle brisanter Informationen zusammenträgt.


Dirk Müller ist sich sicher: Wir stehen vor der nächsten Weltwirtschaftskrise und einer gigantischen Umverteilung. Ob China, Russland, Nordkorea, Naher und Mittlerer Osten oder USA und Europa – Müller erklärt in seiner gewohnt verständlichen Art Hintergründe, Zusammenhänge und Konsequenzen der aktuellen Konflikte. Klug und glaubhaft schildert er den voraussichtlichen Ablauf dieser kommenden Weltwirtschaftskrise. Er zeigt, welche Rolle Digitalisierung und Automatisierung spielen, wo die Zukunft des Geldes, der Arbeit und der Gesellschaft liegt, und gibt wertvolle Tipps, wie wir diesen Umbruch nicht nur unbeschadet überstehen, sondern auch noch davon profitieren können - aktuell und hochspannend!

Dazu ein sehr erhellender Beitrag von Paul Schreyer: https://paulschreyer.wordpress.com/2018 ... ptokratie/
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Maren

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Warum wir Frieden und Freundschaft mit Russland brauchen

Beitrag6. Oktober 2018, 22:40

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Buch "Warum wir Frieden und Freundschaft mit Russland brauchen", das gestern im Westend Verlag erschienen ist.

94 Prozent der Deutschen halten gute Beziehungen zu Russland für wichtig. So das Ergebnis einer umfangreichen Studie des forsa-Institutes für Politik und Sozialforschung aus diesem Jahr. Die aktuelle Politik der deutschen Regierung missachtet diese überwältigende Mehrheit jedoch sträflich. Mehr noch: Seit dem Konflikt in der Ukraine eskaliert die Konfrontation zwischen Ost und West zunehmend. Dabei waren wir schon so viel weiter: Die Entspannungspolitik von Willy Brandt und Egon Bahr machte einen Dialog mit Russland möglich, der den Frieden und gute partnerschaftliche Beziehungen mit Russland sicherte. Ganz im Sinne Ihres verstorbenen Ehemanns setzt sich Adelheid Bahr für eine neue Entspannungspolitik ein und mit ihr eine Vielzahl von Persönlichkeiten aus Politik, Gesellschaft und Kunst.

Mit Beiträgen von Adelheid Bahr, Egon Bahr, Wolfgang Bittner, Peter Brandt, Mathias Bröckers, Daniela Dahn, Friedrich Dieckmann, Frank Elbe, Justus Frantz, Sigmar Gabriel, Peter Gauweiler, Richard Kiessler, Gabriele Krone-Schmalz, Wolfgang Kubicki, Harald Kujat, Oskar Lafontaine, Albrecht Müller, Matthias Platzeck, Detlef Prinz, Herwig Roggemann, Florian Rötzer, Evgeniya Sayko, André Schmitz-Schwarzkopf, Hans-Joachim Spanger, Antje Vollmer, Konstantin Wecker und Willy Wimmer.
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Maren

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Schattenkriege des Imperiums - Der Krieg gegen den Iran

Beitrag7. Oktober 2018, 17:31

Der Textist ein Auszug aus dem Buch von Jochen Mitschka "Schattenkriege des Imperiums - Der Krieg gegen den Iran". Siehe auch den das Buch begleitende Blog, der die vielen hunderte Quellen und Links, ein Interview mit dem Autor und eine Vorstellung des Buches enthält.

Im Westen herrscht ein Bild vom Iran vor, das sich am besten durch die Anwendung des abwertend klingenden "Mullah-Regime" beschreiben lässt. In seinem Buch zeigt Mitschka auf, dass die Vorurteile im Westen weitgehend aus einer Zeit stammen, die man "postrevolutionär" nennen könnte. Sie haben nicht mehr viel mit dem modernen Iran des 21. Jahrhundert zu tun. Aber durch den permanenten Krieg gegen das Land konnte es sich nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich nicht so weiter entwickeln, wie besonders der bürgerliche Mittelstand des Landes es gerne sehen würde.
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Maren

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Das Märchen vom reichen Land: Wie die Politik uns ruiniert

Beitrag2. November 2018, 20:55

Wir leben in Deutschland in der scheinbar besten aller Welten, doch schon bald werden wir feststellen, dass wir nicht das reiche Land sind, das uns Medien und Politik glauben machen wollen. Denn der Boom der hiesigen Wirtschaft ist nicht unser Verdienst, sondern in erster Linie eine Folge der tiefen Zinsen, des schwachen Euro und des Verschuldungsexzesses im Rest der Welt. Um unseren Wohlstand zu sichern, müssten die regierenden Politiker den aktuellen Aufschwung nutzen, um in Infrastruktur, Bildung und Digitalisierung und somit in die Zukunft des Landes zu investieren. Doch stattdessen werfen sie das Geld für höhere Renten und Sozialausgaben zum Fenster raus.

n seinem neuen Buch zeigt Daniel Stelter,einer der klarsten und profiliertesten Denker in Sachen Ökonomie: Wenn wir weitermachen wie bisher, wird nicht nur unsere Wirtschaftskraft in den kommenden Jahren rapide sinken, sondern nachfolgende Generationen werden die finanziellen Lasten, die uns heutige Politiker aufbürden, nicht stemmen können. Es droht der volkswirtschaftliche Kollaps. Doch der Bestsellerautor entlarvt nicht nur das Märchen vom »reichen Land« als eben solches, er zeigt auch konkrete Wege auf, wie wir dem Albtraumszenario entgehen können.
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Die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts

Beitrag4. November 2018, 01:33

Die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts
Gemeinverständlicher Abriss zum Aufstieg der neuen Finanzakteure


Werner Rügemer
Neue Kleine Bibliothek 263
Paperback, 357 Seiten

Erschienen im September 2018

ISBN 978-3-89438-675-7

Neue Finanzakteure haben nach der Finanzkrise die bisherigen Großbanken abgelöst. Blackrock & Co sind nun die Eigentümer von Banken und Industriekonzernen. Hinzukommen Private-Equity-Fonds, Hedgefonds, Wagniskapital­-Investoren und Investment­banken. Mit Digital-Giganten wie Amazon, Facebook, Google, Microsoft, Apple und Uber haben die neuen Finanzakteure schon vor Donald Trumps »America First« die US-Dominanz in der EU verstärkt. Arbeits-, ­Wohn-, ­Ernährungs- und Lebensverhältnisse: Die neue Ökonomie dringt in die feinsten Poren des Alltagslebens von Milliarden Menschen ein. Die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts verstecken ihre Eigentumsrechte in vier Dutzend Finanzoasen, fördern rechtspopulistische Politik, stützen sich auf eine zivile, trans­atlantische Privatarmee von Beratern und kooperieren in ­Silicon-Valley-Tradition mit Militär und Geheimdiensten. Rügemers Analyse schließt mit einem ausführlichen Systemvergleich des nach innen und außen noch aggressiver gewordenen »westlichen« Kapitalismus mit demjenigen Chinas, der auch bei seinen Investitionen in der EU und weltweit einer alternativen Logik folgt, Armut überwindet, erneuerbare Energien forciert und das Völkerrecht achtet.


Werner Rügemer, Dr. phil., *1941, Publizist, Mitbegründer der Aktion gegen Arbeitsunrecht. Zahlreiche auch international beachtete Bücher. Zuletzt bei PapyRossa: »Bis diese Freiheit die Welt erleuchtet. Transatlantische Sittenbilder aus Politik und Wirtschaft, Geschichte und Kultur«.
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