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Umweltsau - Beschwerde wegen Verstoßes gegen Programmgrundsätze

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Maren

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Umweltsau - Beschwerde wegen Verstoßes gegen Programmgrundsätze

Beitrag30. Dezember 2019, 12:12

Westdeutscher Rundfunk Köln
Gremienbüro
Appellhofplatz 1
50667 Köln


Beschwerde wegen Verstoßes gegen Programmgrundsätze

Sehr geehrte Damen und Herren Rundfunkräte,

dem WDR-Kinderchor wurde offensichtlich von erwachsenen Menschen eine Neuinterpretation des alten Kinderliedes „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ nahegelegt. Im neuen Text wird die Oma nicht mehr als „patente Frau“ sondern als „alte Umweltsau“ betitelt.

Der WDR hat die neue Version des alten Scherzliedes am 27. Dezember 2019 als Abrufvideo online gestellt. Das Video wurde nach massiver Publikumskritik kurze Zeit später wieder gelöscht, ist jedoch nach wie vor bei YouTube abrufbar. Auch wenn sich in einer eigens anberaumten WDR-Sondersendung sowohl Intendant Tom Buhrow als auch Programmchef Jochen Rausch für das Video entschuldigten und als Fehler bezeichneten, bleiben erhebliche Zweifel an der Entstehungsgeschichte der angeblich satirisch gemeinten Darbietung.

Am Ende des Liedes ist die drohende Stimme Greta Thunbergs auf Englisch zu vernehmen: „We will not let you get away with this!”

„Wir werden euch damit nicht davonkommen lassen.“


Spätestens nach dieser Drohung ist Schluss mit lustig und die vermeintliche Satire obsolet, denn hier findet DIE Schuldzuschreibung statt, welche wohlstandsverwöhnte Kinder und (Berufs-) Jugendliche außen vor lässt, denn es sind ausschließlich böse Alte - hier explizit die eigene Oma - die „ihre Welt“ kaputt machen. Der WDR lässt diese Option zu und trivialisiert damit das eigentliche Thema, welches angeblich eine zugespitzte Kritik an der aktuell aufgeheizten Klimadiskussion darstellen sollte.

Der WDR ist vornehmlich betroffen über den Vorwurf, die beteiligten Kinder seien möglicherweise „instrumentalisiert“ worden - bereits die Mutmaßung sei für die Redaktion unerträglich. Es darf die Frage gestattet sein, ob die Kinder von selbst auf die Idee gekommen sind mit Vokabeln wie „alte Umweltsau“ zu hantieren, zumal sich das Repertoire des Kinderchors bislang in seriösen Bereichen verortete.

Laut eines Tweets des Accountes Aktuelle Stunde handelt es sich um „eine Satire-Aktion der Kolleginnen und Kollegen von WDR2“. Dieser Satire-Aktion musste demnach eine längere Planung vorausgegangen sein.

Es stellen sich daher folgende Fragen um deren Beantwortung ersucht wird:

1.) Wer hat diesen unsäglich verhetzenden Text verfasst?

2.) Wie kam das WDR2-Team auf die Idee für ihre „Satire-Aktion“ den WDR-Kinderchor zu nutzen?

3.) Warum hat das Team von WDR2 dieses Lied nicht z. B. von Carolin Kebekus, Jan Böhmermann oder anderen Berufskomikern singen lassen und stattdessen kleine Kinder gegen die ältere Generation in Stellung gebracht?

4.) Das Lied musste mehrere Instanzen (Aufnahme, Einspielen, Senden) ohne Einwände durchlaufen. Wer hat das entscheidende Okay gegeben?

5.) Wurden die Aufsichtsgremien einbezogen?

6.) Wie vereinbart es der WDR mit dem Bildungsauftrag und dem Kinder- und Jugendschutz, wenn kleinen Kindern anlässlich eines gepushten Generationenkonfliktes nahegebracht wird, dass es lustig oder gar zielführend sei, ihre Oma „alte *…* Sau“ zu nennen.


Wie oft mussten sich die Menschen im vergangenen Jahr - insbesondere in den Programmen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten - anhören, dass Hassrede von der Zivilgesellschaft nicht geduldet werden sollte und auf Worte meist entsprechende Taten folgen? Wie der freie WDR-Mitarbeiter Danny Hollek auf Twitter eindrucksvoll demonstrierte, war es von der Umwelt- zur Nazisau lediglich ein kleiner Schritt.

Lass mal über die Großeltern reden, von denen, die jetzt sich über #Umweltsau aufregen. Eure Oma war keine #Umweltsau. Stimmt. Sondern eine #Nazisau.
Danny Hollek (@dannytastisch) December 28, 2019


Was kommt als Nächstes in dieser angeheizten Pogromstimmung gegen alte Menschen? Wie weit ist es von der Entmenschlichung zum Stigma „Ressourcenverschwender“ bis hin zur geschmähten „Ballastexistenz“ und schlussendlich zur Deklaration „lebensunwerten Lebens“? Haben Mitarbeiter des WDR wirklich ein so schlechtes historisches Gedächtnis?

Die Verantwortlichen im WDR hätten wissen müssen, dass eine solche Aktion einen Sturm der Entrüstung nach sich ziehen würde. Sowohl die Achtung vor dem Alter als auch die Liebe zu den Großeltern, die für zivilisiert sozialisierte Menschen ein Herzensanliegen ist, wird durch derart unterirdische Kampagnen in Frage gestellt. Auch wenn vielleicht argumentiert wird, dass keine subjektiven Rechte verletzt wurden, nimmt eine Vielzahl der Menschen diesen beleidigenden Text persönlich und verteidigt die Lebensleistung der Eltern, Großeltern und natürlich auch die eigene.

Bundespräsident Steinmeier richtete in seiner Weihnachtsansprache folgende Worte an seine Landsleute:

„Die Frage ist: Was machen wir jetzt mit all diesem Streit? Wie wird aus Reibung wieder Respekt? Wie wird aus Dauerempörung eine ordentliche Streitkultur? Wie wird aus Gegensätzen Zusammenhalt? Manche fragen ja vielleicht: Trennt uns inzwischen sogar mehr als uns miteinander verbindet“.


Genau hier kommt die Rolle der öffentlich-rechtlichen Anstalten zum Tragen, deren Aufgaben bekanntlich klar definiert sind. Wie wird sich der WDR künftig im Rahmen seines gesetzlichen Auftrages über das gesamte Meinungsspektrum hinweg, ohne politische Schubladisierung und Ausgrenzung, für den überlebenswichtigen Zusammenhalt unserer Gesellschaft engagieren?

Wird der WDR (gern auch im Kinderprogramm) im Rahmen seines Bildungsauftrages erklären, wer die wahre „Umweltsau“ ist, warum bspw. Fleisch beim Discounter so billig ist, aus welchem Grund der extreme CO²-Ausstoß und die weltweite Umweltzerstörung durch das Militär nie thematisiert wird und warum ausgerechnet unser „grüner Lebensstil“ in weniger komfortablen Ländern Kinderarbeit und Naturzerstörung fördert?

Wird der WDR das Salon-Umweltbewusstsein der FFF-Jünger thematisieren, welches ausblendet, dass die kapitalistische Wirtschaftsordnung mit Überproduktion und geplanter Obsoleszenz Umweltzerstörung und Ressourcenverschwendung in sich trägt wie die sprichwörtliche Wolke den Regen?

Werden die Verantwortlichen innerhalb des WDR2-Teams erklären, dass sie die Schuldzuschreibungen für das seit Jahrzehnten systemimmanent existierende Umweltdilemma bewusst falsch adressiert haben, um den Generationenkonflikt weiter anzuheizen und die wahren Verantwortlichen der öffentlichen Wahrnehmung zu entziehen?

Die Planung, die Produktion und die Ausstrahlung des beanstandeten Beitrages verstoßen gegen folgende Programmgrundsätze:

§ 5 Programmgrundsätze

(1) Für die Angebote des WDR gilt die verfassungsmäßige Ordnung. Die Vorschriften der allgemeinen Gesetze und die gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz der Jugend und des Rechts der persönlichen Ehre sind einzuhalten.

(2) Der WDR hat in seinen Sendungen die Würde des Menschen zu achten und zu schützen. Er soll dazu beitragen, die Achtung vor Leben, Freiheit und körperlicher Unversehrtheit, vor Glauben und Meinung anderer zu stärken. Die sittlichen und religiösen Überzeugungen der Bevölkerung sind zu achten.

(4) Der WDR soll die internationale Verständigung, die europäische Integration, den gesellschaftlichen Zusammenhalt, ein diskriminierungsfreies Miteinander in Bund und Ländern und die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern fördern, zum Frieden und zur sozialen Gerechtigkeit mahnen, die demokratischen Freiheiten verteidigen und der Wahrheit verpflichtet sein.

Wir erwarten eine gründliche Auseinandersetzung der Gremien mit den Programmverantwortlichen, sowie disziplinarische Maßnahmen gegen den WDR-Mitarbeiter Danny Hollek wegen Verbreitung von Hassrede auf Twitter.

Aus Gründen der Transparenz werden wir diese Beschwerde sowie die Antwort der Programmverantwortlichen auf der Webseite des Vereins veröffentlichen.

Mit freundlichen Grüßen

Maren Müller
Vorsitzende
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Maren

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Re: Umweltsau - Beschwerde wegen Verstoßes gegen Programmgrundsätze

Beitrag10. Januar 2020, 21:32

Uns erreichte eine äußerst ungewöhnliche Antwort auf unsere Programmbeschwerde. Ich kann die Vorsicht des Senders, angesichts der verheerenden Auswirkungen redaktioneller Prassligkeit, durchaus nachvollziehen. Ob diese Antwort den gesetzlichen Ansprüchen genügt, werden wir prüfen.

Antwort UmweltGau.pdf
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Maren

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Re: Umweltsau - Beschwerde wegen Verstoßes gegen Programmgrundsätze

Beitrag26. Februar 2020, 20:26

Sehr geehrte Frau Müller,

vielen Dank für Ihr Schreiben zu dem von Ihnen kritisierten Satirevideo. Den WDR haben zahlreiche Beschwerden in diesem Zusammenhang erreicht. Mit den erhobenen Vorwürfen habe ich mich intensiv auseinandergesetzt, außerdem wurden diese im Rahmen eines Programmbeschwerdeverfahrens rechtlich geprüft.

Bitte lassen Sie mich eingangs auf den Charakter einer Programmbeschwerde eingehen. In dem Programmbeschwerdeverfahren nach § 10 Absatz 2 WDR-Gesetz geht es darum festzustellen, ob Programminhalte gegen Programmgrundsätze oder auch gegen Jugendschutzbestimmungen verstoßen haben. Konkret ist bei einer Programmbeschwerde der Verstoß gegen Regelungen im WDR-Gesetz entsprechend zu prüfen. Nach eingehender Analyse verstößt das Video nicht gegen die geltenden Rechtsnormen des WDR-Gesetzes. Von daher kann ich Ihrer Programmbeschwerde nicht stattgeben.

Bei dem beanstandeten Video war es Ziel der Redaktion, die zum Teil sehr emotional geführte Klimadebatte mit einer Parodie aufzugreifen. Das Anheizen eines vermeintlichen Generationenkonflikts im Zuge der Fridays for Future-Bewegung sollte satirisch überspitzt dargestellt werden um zu zeigen, wie es aussähe, wenn die Klimadebatte zum Konflikt zwischen Jung und Alt umgemünzt wird.

Trotz der Intention des Beitrages hat sich das Video wegen der Form seiner Platzierung und durch den Einsatz des Kinderchors als problematisch erwiesen und verstört. Das Video hat in seiner Darstellung eine Kontroverse ausgelöst. So hat die Platzierung des Videos auf Facebook ohne Erläuterung des Hintergrundes dazu geführt, dass die eigentliche Intention der Satire viele Menschen nicht erreicht hat. Ich habe das auch schon mehrfach öffentlich eingeräumt. Trotzdem ist der Vorwurf eines Rechtsverstoßes nach eingehender Prüfung nicht haltbar. Eine ausführliche juristische Bewertung finden Sie in der Anlage. Sie ist Teil dieses Bescheids.

Es bleibt Ihnen unbenommen, gegen diesen Bescheid den Rundfunkrat des WDR innerhalb eines Monats ab Zugang anzurufen. Dabei hat der WDR-Rundfunkrat, wenn er sich mit der Programmbeschwerde befasst, dieselben rechtlichen Vorgaben zu berücksichtigen wie der Intendant. Die Anrufung ist zu richten an: WDR Köln, Geschäftsstelle des Rundfunkrats, 50600 Köln oder WDR Köln, Intendanz, 50600 Köln.

Mit freundlichen Grüßen

Tom Buhrow

Westdeutscher Rundfunk
Publikumsstelle
Appellhofplatz 1
50667 Köln
publikumsstelle@wdr.de
http://www.wdr.de


Bewertung des WDR 2-Satire-Videos „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ im Anhang:
Bewertung Satire-Video.pdf
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Maren

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Re: Umweltsau - Beschwerde wegen Verstoßes gegen Programmgrundsätze

Beitrag1. März 2020, 15:44

Antwort auf die Ausführungen des Intendanten des WDR zur Beschwerde:


Sehr geehrter Herr Buhrow,

vielen Dank für Ihre Ausführungen hinsichtlich unserer Programmbeschwerde (Umweltsau) wegen Verstoßes gegen Programmgrundsätze.

Zunächst möchte ich Ihnen aufrichtig dafür danken, dass Sie sich umgehend persönlich für die verunglückte Darbietung entschuldigt hatten. Wie wir aus der Vergangenheit über den Umgang mit Programmbeschwerden gelernt haben, ist das keinesfalls eine Selbstverständlichkeit, dass sich der Programmverantwortliche auf die Seite des empörten Publikums stellt.

Den Inhalt Ihrer Antwort auf die Beschwerde teilen wir hingegen nicht. Zunächst handelt es sich bei dem beanstandeten Video des Kinderchors ausdrücklich nicht um Satire, auch wenn die Macher und Verteidiger dieser Entgleisung dies stoisch behaupten. Klar erkennbare Satire war es noch, als der Inhalt ursprünglich von erwachsenen Comedians im Rahmen der WDR-Show Satire Deluxe vom 09.11.2019 dargeboten wurde.

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=r89j01flI58 und https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendunge ... e-100.html

Hier wurde die Satire in einem begleitenden Kontext eingebettet, der im beanstandeten Video des Kinderchores gänzlich fehlte. Nicht nur der Verzicht auf sinnvolle Einordnung des Vortrages durch kleine Kinder empörte, sondern insbesondere die im Anschluss der Darbietung unverhohlene und angesichts der Lebenswirklichkeit der gescholtenen Generation (hier die Oma) geradezu absurde Drohung Greta Thunbergs „We will not let you get away with this!”.

Den Charakter einer Programmbeschwerde kennen wir und haben daher auch sämtliche geltenden Rechtsnormen des WDR-Gesetzes benannt, gegen die der Beitrag verstößt.

1.) Nicht die Umdichtung des bereits von Haus aus satirischen Kinderliedes wurde beanstandet, sondern dessen Darbietung durch kleine Kinder. Es liegt ein klarer Verstoß gegen die Bestimmungen des Kinder- und Jugendschutzes vor, wenn Kinder zu politischen Botschaften indoktriniert und ihnen Meinungen Dritter aufgezwungen werden. (Überwältigungsverbot) Darüber hinaus verletzt der Beitrag die Menschenwürde der Kinder, indem er ihnen unangemessene Hasssprache (alte Sau) gegen die ältere Generation in den Mund legt. Eine Verletzung der Menschenwürde liegt vor, wenn der grundlegende Wert- und Achtungsanspruch des Menschen geleugnet und in Frage gestellt wird. Letzteres trifft insbesondere auf die abscheuliche Hassattacke ihres Mitarbeiters Danny Hollek auf Twitter zu. (Programmgrundsätze §5 1 und 2)

> Lass mal über die Großeltern reden, von denen, die jetzt sich über #Umweltsau aufregen. Eure Oma war keine #Umweltsau. Stimmt. Sondern eine #Nazisau.
> Danny Hollek (@dannytastisch) December 28, 2019


2.) Was Satire darf und was nicht, ist seit vielen Jahren Gegenstand diverser Debatten. Da der WDR nach WDR-Gesetz §5 (4) Programmgrundsätze grundsätzlich der Wahrheit, dem gesellschaftlichen Zusammenhalt und einem diskriminierungsfreien Miteinander verpflichtet ist, sollten gewisse satirische Tabus beachtet werden: Satire tritt nie nach unten und Satire darf keine Fakten verfälschen. An einem gewählten Satire-Opfer (hier die Oma) festzuhalten, obwohl die Fakten es vollständig entlasten, ist nicht Satire, sondern Propaganda. Spielt Satire mit Fakten, die ironisch oder in anderer verfremdeter Form präsentiert werden, müssen diese wahr sein. Faktisch stützt kein einziges Parameter Ihre Behauptung, es handele sich bei der vielfach beanstandeten Aufnahme des WDR-Kinderchores - im Gegensatz zur Urversion in der WDR-Show Satire Deluxe - um Satire.

Da der WRD bereits eine ausführliche juristische Bewertung des Falles als Argumentationsgrundlage gegen alle den Fall betreffenden Beschwerden veröffentlich hat, an deren Vorlage sich der Rundfunkrat orientieren wird, erachten wir eine Anrufung des Gremiums zur Behandlung dieser Beschwerde weder für erfolgversprechend noch als zielführend, da die Antwort - wie üblich - bereits feststeht.

Ihnen ist sicherlich bewusst, dass die Dimension der Aufregung um das beanstandete Video die Empörung über vergangene Fehltritte öffentlich-rechtlicher Programmgestalter bei weitem überstieg. Warum sich diese Entwicklung überhaupt so unerfreulich vollziehen muss, bleibt im Dunklen. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sollten frei von Dominanz politischer, religiöser oder anderer Einzelelemente der Gemeinschaft im Dienste der Allgemeinheit wirken. Sie haben als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt einen Integrationsauftrag, der das Zusammenleben aller Menschen im Sendegebiet durch eine Kultur des Verstehens und des Diskurses zu befördern und somit einer Spaltung der Gesellschaft entgegenzuwirken hat. Durch die kontinuierlich zu beobachtenden eskalierenden Ausfälle einiger Ihrer Mitarbeiter ist dieser Auftrag nicht nur gefährdet, sondern droht zu einer politisch einseitigen Agenda zu verkommen. Tun Sie sich und Ihrem Publikum im Interesse der gesamtgesellschaftlichen Akzeptanz den Gefallen und trennen Sie sich von politischen Aktivisten im Sendebetrieb.

Mit freundlichen Grüßen

i. A. Maren Müller

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