Kolumne - Rumänische Verhältnisse in den srf-Nachrichten

Meinungsbeitrag. Kann Spuren von Sarkasmus enthalten
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Maren
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Weisheit der Atommächte

Beitrag von Maren »

Lesermeinung zur Bedeutung der Atombedrohung in der gegenwärtigen geostrategischen Lage von Benjamin Kradolffer

12 (zwölf) Tage nur hat er offiziell gedauert, der Krieg Israels und der USA gegen den Iran. Was auch immer man von der Behauptung hält, dadurch sei eine atomare Welt-Bedrohung erfolgreich abgewendet worden – sicher ist vorläufig nur: Zur bisher einzigen atom-mächtigen Angriffs-Kooperative USA/GB/F gesellt sich neu auch Israel, und zu den Völkern, die in einem einzigen Krieg von mehr als einer Atommacht angegriffen worden sind, das iranische. Nun sind aber die Iraner natürlich so schlau wie wir alle und wissen genau, dass ihnen das nicht passiert wäre, hätte es die beschworene iranische Atombombe tatsächlich gegeben. Und so haben in diesen 12 Tagen die Heilsbringer Trump und Netanjahu endgültig den künftigen Kurs vorgegeben: Alle Nicht-Atommächte dieser Welt sollten sich schleunigst die Bombe besorgen, sonst geht's ihnen wie den Iranern. Nordkorea hat es schon vorgemacht, die andern werden folgen. Denn nicht die Atommächte bedrohen die Welt atomar, nein: sie bestimmen, wer von den Nicht-Atomächten eine atomare Bedrohung ist, die dann natürlich flugs mit Krieg, Krieg, Krieg durch sie, die Atommächte, abzuwenden ist. Erst wenn alle, alle, alle, auch Liechtenstein und die Fidschi-Inseln, ihre Atombombe haben, erst dann wird die Welt eine sichere sein! Eine wirklich bombensichere! Und eine derart sichere Welt ist am Ende natürlich auch jeden (wirklich jeden!) Preis wert. Bedenket dies, oh Völker, und bezahlet freudig, sei's mit Geld oder Blut! (...oder beidem.)
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Maren
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Grün ist die Hoffnung

Beitrag von Maren »

Ihr armen grünen Parteien und Weltbeglücker! Mit Kernanliegen wie „Frieden“ und „Umweltschutz“ in den 1980ern noch die Shooting Stars der Politik – und heute sind Euch zusammen mit diesen Themen auch die Wähler abhanden gekommen. Doch wie wär's mit einem neuen Slogan für die nächsten Wahlkämpfe: „Mit grünen Waffen ewigen Frieden schaffen“? Ich bin mir sicher: Bei allen, für die der Friede nur zum Preis des Krieges zu haben ist, besonders bei denen, die damit Milliarden-Gewinne machen – also bei den wirklich Mächtigen dieser Welt – fändet Ihr damit offene Ohren und folglich auch wirkmächtige Unterstützung. Allenthalben stiften neue Kriege neuen Frieden, aber von den Umweltschäden, die sie anrichten, hören wir nichts; dass Armeen weltweit auch im Frieden zu den grössten Umweltverschmutzern zählen und dort, wo sie Kriege führen, sogar für die denkbar schlimmsten Verheerungen der Natur sorgen, ist zwar ein Tabu – aber eben auch ein Faktum! Nutzt es also und zeigt Mut zum Realismus! Macht Euch stark für umweltschonende Kriegführung! für völker- und kriegsgesetzliche Nachhaltigkeits-Verpflichtungen für Militärbefehlshaber! eine klimafreundliche NATO! 5 und mehr BSP-Prozente für grüne Aufrüstung! e-Mobilität für Panzer und Kampfjets! erdreich- und grundwasser-regenerierende B&C-Waffen! hitze- und strahlenfreie Atom- und Wasserstoffbomben! etc. etc. Sonst kommt Euch noch eine echte Friedens- und Umweltschutz-Bewegung zuvor und ruiniert Euch vollends – und den Globus dazu!

Kommentar von Benjamin Kradolfer
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Maren
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Zölle und Sanktionen

Beitrag von Maren »

Kommentar von Benjamin Kradolfer

Gemessen am Gleichmut, mit dem wir seit Jahrzehnten die unzähligen US-Wirtschaftssanktionen rund um den ganzen Globus hinnehmen, ist das Geschrei um Trumps Zölle unverhältnismässig und unsachlich. Zwar erschweren Zölle auf der Kostenebene den internationalen Handel mit bestimmten Produkten, aber sie verbieten ihn nicht, wie es Sanktionen gegen ganze Nationen oft nicht nur mit einzelnen Produkten, sondern möglichst vollumfänglich tun. Folglich werden sowohl die Produzenten wie auch die Endverbraucher, die Bevölkerungen, von Zöllen viel weniger brutal geschädigt als von Sanktionen. Ausserdem sind Zölle ein legales Mittel der Handelspolitik, während Sanktionen Völkerrecht brechen, wenn nicht die UNO sie beschlossen hat, wie im Falle des Irak-Embargos zwischen den beiden Irak-Kriegen der beiden Bush-Männer 1991 und 2003; bezeichnenderweise wurde auch nur hier nach Beendigung eine offizielle Opfer-Bilanz gezogen: rund eine halbe Million Kinder krepierten daran – und wie viele erwachsene Iraker? das ist bis heute ein Geheimnis. Dennoch kann die Zahl als nachträgliches Teil-Eingeständnis der UNO gewertet werden, dass dieses ihr Sanktions-Regime einer humanitären Katastrophe gleichkam.
Gemessen am chronischen Schweigen, ja gar der Zustimmung zu den Sanktionen gegen Kuba seit über 60 und gegen Iran seit über 40 Jahren, gegen Nord-Korea, Russland, Gaza und unzählige andere ist die Hysterie wegen Trumps Zöllen also nicht nur unverhältnismässig, sondern auch zutiefst verlogen.
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Maren
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Dollar-Donny als Friedens-Vermittler

Beitrag von Maren »

...für Nahost? War Washington denn nicht von Anfang an eindeutig Partei? Hätte das Weisse Haus etwa nicht durch simplen Waffenlieferungs-Stop das Töten längst beenden können? Und hat sich an der absoluten IDF-Kontrolle über sämtliche besetzten Gebiete im Ernst etwas geändert? Kann TelAviv etwa nicht weiterhin nach Belieben schalten und walten wie schon vor dem 7.10.23, sei's in Gaza oder in der Westbank? Lässt sich nicht schon jetzt an den Fingern einer Hand abzählen, wer an der nächsten bewaffneten Eskalation schuld ist? Und wie soll die Hamas aus dem riesigen Trümmerhaufen Gaza unter den Abertausenden Verwesenden punktgenau und zielsicher die Leichname von israelischen Geiseln hervorzaubern? Ist Netanjahus Kalkül mit der Hamas als Zuchtgewächs, von vornherein jedweden Widerstand gegen Israels Besatzungs-Unrecht zu delegitimieren, jeden einzelnen Palästinenser zu kriminalisieren und ihm jede Mitsprache über seine Zukunft zu verunmöglichen, denn nicht perfekt aufgegangen? Interessiert sich ausgerechnet in Trumps Sphären überhaupt jemand ernsthaft für das palästinensische Fussvolk? Opfer mögen sie sein oder Terroristen, aber sicher nicht Partner eines allfälligen Wiederaufbaus. Der soll übrigens, so hört man, 53 Mia US$ kosten – die Verteilungskämpfe hinter den Kulissen sind also entbrannt.
Freilich nur dort, wo das grosse Geld ist und wo die Palästinenser selbst nichts zählen. Ihnen winken die Superdeals mit dem „Frieden“ genauso wenig wie die mit ihrer Vernichtung.

Benjamin Kradolfer
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Maren
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Europas Wahn und Führung

Beitrag von Maren »

Um Europa immer sicherer und sicherer zu machen, hat sich die Nato in den letzten drei Jahrzehnten rund 1000 km in Richtung Moskau erweitert – und nun verkündet Nato-Generalsekretär Rutte im Brustton der tiefsten Überzeugung und Besorgnis, schon nächstens stehe der Russe „direkt vor unserer Haustüre“, wir alle hätten uns auf einen Krieg einzustellen, „wie ihn unsere Eltern und Grosseltern erdulden mussten“.
Wie passt das zusammen? Wenn wir ausschliessen, dass die Nato-Strategen jedes Mal, wenn sie uns Sicherheit versprachen, gelogen haben, dann bleibt nur der Schluss, dass ihnen das Ganze rein versehentlich zum genauen Gegenteil des Versprochenen geriet, also zumindest eine katastrophale Fehlkalkulation war – und im Endeffekt keinen Deut harmloser als Lügen. Der Herr Generalsekretär aber hat offenbar nicht nur den Logik-, sondern auch den Geschichtsunterricht geschwänzt; denn nicht genug, dass er jede Nato-Verantwortung für das Desaster zurückweist: auch von Hiroshima und Nagasaki scheint er nichts zu wissen, und dass seither der Dritte Weltkrieg nie mehr einer sein wird wie jener „unserer Eltern und Grosseltern“, sondern garantiert ein atomarer, und damit aller Wahrscheinlichkeit nach auch der definitiv Letzte. Doch statt von den Hebeln der Macht entfernt und in Therapie gesteckt zu werden, macht diese Art grössenwahnsinniger Kognitions- und Realitätsverlust und global-genozidale Verantwortungs-Unfähigeit in Europas aktueller Polit-Elite hemmungslos Schule. Kyrie eleison!

Kommentar von Benjamin Kradolfer
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