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https://seniora.org/politik-wirtschaft/ ... bruar-2023
Sammlung wichtiger Informationsquellen
Re: Sammlung wichtiger Informationsquellen
Der Ukraine-Krieg - Vorgeschichte – Verlauf – Interessen – Waffen!
von: Jürgen Wagner | Veröffentlicht am: 22. Februar 2023
https://www.imi-online.de/2023/02/22/de ... ieg/#_edn1
von: Jürgen Wagner | Veröffentlicht am: 22. Februar 2023
https://www.imi-online.de/2023/02/22/de ... ieg/#_edn1
Re: Sammlung wichtiger Informationsquellen
Die Geschehnisse in der Ukraine sind ein Prüfstein für die Frage nach der Wahrheit. An ihnen kann man unendlich viel lernen über Propaganda, Meinungsmache, aber auch die Vielschichtigkeit von weltgeschichtlichen Ereignissen.
http://www.holger-niederhausen.de/index.php?id=922
Der vorliegende Artikel hat für den Autor (Ped) einen besonderen Wert. In seiner ersten Version erschien der Text am 3. April 2015 und war damit die überhaupt erste Veröffentlichung bei Peds Ansichten. Die Ereignisse in der Ukraine seit 2013 und die massenmediale Berichterstattung darüber waren schließlich der letzte, entscheidende Impuls, die hiesige Plattform ins Leben zu rufen. Inzwischen sind acht Jahre ins Land gegangen, ohne dass das Thema Krim-Krise an Aktualität verloren hätte. Das veranlasste Ped zu einer umfangreichen Überarbeitung und Neuveröffentlichung.
https://peds-ansichten.de/2023/03/krim- ... on-kosovo/
http://www.holger-niederhausen.de/index.php?id=922
Der vorliegende Artikel hat für den Autor (Ped) einen besonderen Wert. In seiner ersten Version erschien der Text am 3. April 2015 und war damit die überhaupt erste Veröffentlichung bei Peds Ansichten. Die Ereignisse in der Ukraine seit 2013 und die massenmediale Berichterstattung darüber waren schließlich der letzte, entscheidende Impuls, die hiesige Plattform ins Leben zu rufen. Inzwischen sind acht Jahre ins Land gegangen, ohne dass das Thema Krim-Krise an Aktualität verloren hätte. Das veranlasste Ped zu einer umfangreichen Überarbeitung und Neuveröffentlichung.
https://peds-ansichten.de/2023/03/krim- ... on-kosovo/
Re: Sammlung wichtiger Informationsquellen
Gebrochene Verträge
Es begann mit dem Anti-Ballistic Missile Treaty (ABM-Vertrag) von 1972, in dem sich die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion erlaubten, nur ein einziges Gebiet durch Abwehrraketen zu schützen, was in der Tat das Rennen um immer bessere Angriffs- und Abwehrwaffen beendete, weil nun klar war, dass der Erstschlag nur bedeutet, dass man als zweiter vernichtet wird. Dieser Vertrag wurde von den Vereinigten Staaten einseitig unter George W. Bush gekündigt, damals noch ohne die heute üblichen Ausreden, dass „die Russen angefangen haben“. Er wurde einfach gekündigt. Das Argument war, dass die Vereinigten Staaten sich gegen iranische Raketen verteidigen wollten (die der Iran damals nicht hatte), aber die Raketenabwehrsysteme stehen schon lange in Osteuropa und niemand bestreitet heute, dass sie sich in Wirklichkeit gegen Russland richten.
1987 haben Ronald Reagan und Michail Gorbatschow den Vertrag über das Verbot von Kurz- und Mittelstreckenraketen (INF-Vertrag) unterzeichnet und zum ersten Mal wurden ganze Arten von Raketen zerstört. Die Raketenkrise in Europa wurde damit beendet, als sowohl die UdSSR als auch die Vereinigten Staaten auf dem Kontinent Raketen hatten, die ihre Ziele in fünf bis zehn Minuten erreichen konnten. Kurz- und Mittelstreckenraketen sind Waffen für den (atomaren) Erstschlag. Danach gab es nur noch atomare Interkontinentalraketen, die auf einer ballistischen Flugbahn recht lange von Russland nach Amerika oder umgekehrt unterwegs wären. Während dieser Zeit können sie abgeschossen werden, man kann sie durch Selbstzerstörung stoppen, man hat Zeit, notfalls eben den Gegenschlag durchzuführen. All das gibt es bei Kurzstreckenraketen nicht. Sie sind wie eine an den Kopf gehaltene Pistole. Darum sind Marschflugkörper so gefährlich und deshalb ist der Rückzug der USA aus dem INF-Vertrag im Jahr 2019 – den Russland scharf kritisiert – so gefährlich für die globale Stabilität und den Frieden.
1990, bei der Wiedervereinigung Deutschlands, vertraute der sowjetische Führer Michail Gorbatschow, den man im vereinigten Berlin immer noch anbetet, auf der Welle der Dankbarkeit dem Versprechen, die NATO nicht nach Osten auszudehnen und keine neuen Mitglieder aus dem ehemaligen Warschauer Block aufzunehmen. Das Versprechen war informell, nur mündlich, und Michail Gorbatschow war vertrauensselig und bestand nicht darauf, es in einem formellen Abkommen festzuhalten. Später behaupteten die „Partner“, dass keine Versprechungen gemacht wurden, aber viele Zeugen und Unterhändler – sowohl Roland Dumas (Frankreichs Außenminister), als auch Hans-Dietrich Genscher (deutscher Außenminister) – gaben natürlich inoffiziell zu, dass es solche Gespräche gegeben hat. Europa und die Vereinigten Staaten waren vom Vertrauen der UdSSR beeindruckt und konnten der Versuchung, es auszunutzen, nicht widerstehen.
Das nächste Dokument ist die NATO-Russland-Grundakte von 1997, die oft als zu vertrauensvoll und zu wenig bindend kritisiert wird, aber sie wurde als „Feuerlöscher“ abgeschlossen, weil die NATO nicht einmal die Absicht hatte, über ihre Osterweiterung auch nur zu sprechen. Die Grundakte schreibt die Verpflichtung fest, keine dauerhaften Kontingente auf dem Territorium neuer NATO-Mitglieder zu stationieren. Aber wir sehen den Bau von Militärstützpunkten in Rumänien, Polen, dem Baltikum, den Einsatz von Flugzeugen und gepanzerten Fahrzeugen, besonders verstärkt vor dem Hintergrund der Psychose der „Eindämmung der russischen Bedrohung“. Uns wird gesagt, dass Panzer und Infanterie dort nur rotieren, ein kleiner Trost, denn niemand behauptet, dass sie dort bleiben und dort in Rente gehen und dann an Altersschwäche sterben sollen: natürlich rotieren sie, aber niemand schränkt das zeitlich ein, was es zu einer dauerhaften Stationierung macht.
Der so genannte „militärische Schengenvertrag“, das Abkommen von 2018 zwischen den NATO-Ländern, das die Verlegung von Streitkräften über die Grenzen des Kontinents hinweg, ohne Parlamente oder Exekutive fragen zu müssen, und den Ausbau von Straßen- und Verkehrsinfrastruktur, Brücken, den Bau von Depots für Waffen, Kraft- und Schmierstoffe regelt. Wir sehen, dass die Forderung des „großen Bruders“ in der NATO, die Militärausgaben auf 2 Prozent zu erhöhen, eher auf die Versorgung der Waffenindustrie mit Aufträgen abzielt, als auf militärische Sicherheit. Und es ist unwahrscheinlich, dass all diese „Vorbereitungen“ in Wirklichkeit bewusst „militärisch“ sind, wahrscheinlich zielen sie darauf ab, die Möglichkeiten des „capacity building“ zu erhöhen. Aber in Kombination zeichnen sie ein ziemlich deutliches Bild steigender Risiken.
Auszug aus: https://anti-spiegel.ru/2019/die-vergessene-gefahr-wie-wir-mit-klima-und-migration-von-der-kriegsvorbereitung-in-europa-abgelenkt-werden/
Es begann mit dem Anti-Ballistic Missile Treaty (ABM-Vertrag) von 1972, in dem sich die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion erlaubten, nur ein einziges Gebiet durch Abwehrraketen zu schützen, was in der Tat das Rennen um immer bessere Angriffs- und Abwehrwaffen beendete, weil nun klar war, dass der Erstschlag nur bedeutet, dass man als zweiter vernichtet wird. Dieser Vertrag wurde von den Vereinigten Staaten einseitig unter George W. Bush gekündigt, damals noch ohne die heute üblichen Ausreden, dass „die Russen angefangen haben“. Er wurde einfach gekündigt. Das Argument war, dass die Vereinigten Staaten sich gegen iranische Raketen verteidigen wollten (die der Iran damals nicht hatte), aber die Raketenabwehrsysteme stehen schon lange in Osteuropa und niemand bestreitet heute, dass sie sich in Wirklichkeit gegen Russland richten.
1987 haben Ronald Reagan und Michail Gorbatschow den Vertrag über das Verbot von Kurz- und Mittelstreckenraketen (INF-Vertrag) unterzeichnet und zum ersten Mal wurden ganze Arten von Raketen zerstört. Die Raketenkrise in Europa wurde damit beendet, als sowohl die UdSSR als auch die Vereinigten Staaten auf dem Kontinent Raketen hatten, die ihre Ziele in fünf bis zehn Minuten erreichen konnten. Kurz- und Mittelstreckenraketen sind Waffen für den (atomaren) Erstschlag. Danach gab es nur noch atomare Interkontinentalraketen, die auf einer ballistischen Flugbahn recht lange von Russland nach Amerika oder umgekehrt unterwegs wären. Während dieser Zeit können sie abgeschossen werden, man kann sie durch Selbstzerstörung stoppen, man hat Zeit, notfalls eben den Gegenschlag durchzuführen. All das gibt es bei Kurzstreckenraketen nicht. Sie sind wie eine an den Kopf gehaltene Pistole. Darum sind Marschflugkörper so gefährlich und deshalb ist der Rückzug der USA aus dem INF-Vertrag im Jahr 2019 – den Russland scharf kritisiert – so gefährlich für die globale Stabilität und den Frieden.
1990, bei der Wiedervereinigung Deutschlands, vertraute der sowjetische Führer Michail Gorbatschow, den man im vereinigten Berlin immer noch anbetet, auf der Welle der Dankbarkeit dem Versprechen, die NATO nicht nach Osten auszudehnen und keine neuen Mitglieder aus dem ehemaligen Warschauer Block aufzunehmen. Das Versprechen war informell, nur mündlich, und Michail Gorbatschow war vertrauensselig und bestand nicht darauf, es in einem formellen Abkommen festzuhalten. Später behaupteten die „Partner“, dass keine Versprechungen gemacht wurden, aber viele Zeugen und Unterhändler – sowohl Roland Dumas (Frankreichs Außenminister), als auch Hans-Dietrich Genscher (deutscher Außenminister) – gaben natürlich inoffiziell zu, dass es solche Gespräche gegeben hat. Europa und die Vereinigten Staaten waren vom Vertrauen der UdSSR beeindruckt und konnten der Versuchung, es auszunutzen, nicht widerstehen.
Das nächste Dokument ist die NATO-Russland-Grundakte von 1997, die oft als zu vertrauensvoll und zu wenig bindend kritisiert wird, aber sie wurde als „Feuerlöscher“ abgeschlossen, weil die NATO nicht einmal die Absicht hatte, über ihre Osterweiterung auch nur zu sprechen. Die Grundakte schreibt die Verpflichtung fest, keine dauerhaften Kontingente auf dem Territorium neuer NATO-Mitglieder zu stationieren. Aber wir sehen den Bau von Militärstützpunkten in Rumänien, Polen, dem Baltikum, den Einsatz von Flugzeugen und gepanzerten Fahrzeugen, besonders verstärkt vor dem Hintergrund der Psychose der „Eindämmung der russischen Bedrohung“. Uns wird gesagt, dass Panzer und Infanterie dort nur rotieren, ein kleiner Trost, denn niemand behauptet, dass sie dort bleiben und dort in Rente gehen und dann an Altersschwäche sterben sollen: natürlich rotieren sie, aber niemand schränkt das zeitlich ein, was es zu einer dauerhaften Stationierung macht.
Der so genannte „militärische Schengenvertrag“, das Abkommen von 2018 zwischen den NATO-Ländern, das die Verlegung von Streitkräften über die Grenzen des Kontinents hinweg, ohne Parlamente oder Exekutive fragen zu müssen, und den Ausbau von Straßen- und Verkehrsinfrastruktur, Brücken, den Bau von Depots für Waffen, Kraft- und Schmierstoffe regelt. Wir sehen, dass die Forderung des „großen Bruders“ in der NATO, die Militärausgaben auf 2 Prozent zu erhöhen, eher auf die Versorgung der Waffenindustrie mit Aufträgen abzielt, als auf militärische Sicherheit. Und es ist unwahrscheinlich, dass all diese „Vorbereitungen“ in Wirklichkeit bewusst „militärisch“ sind, wahrscheinlich zielen sie darauf ab, die Möglichkeiten des „capacity building“ zu erhöhen. Aber in Kombination zeichnen sie ein ziemlich deutliches Bild steigender Risiken.
Auszug aus: https://anti-spiegel.ru/2019/die-vergessene-gefahr-wie-wir-mit-klima-und-migration-von-der-kriegsvorbereitung-in-europa-abgelenkt-werden/
Re: Sammlung wichtiger Informationsquellen
Der Westen spricht gern von einem unprovozierten, ungerechtfertigten und völkerrechtswidrigen Angriff auf die Ukraine und negiert Russlands Sicherheitsinteressen. Interessen, die jeder Staat der Erde hat - insbesondere die vermeintlich "unverzichtbarste Nation der Welt".
Zur Erinnerung für Jene, die noch immer der Erzählung glauben, Russland habe es auf Kindergärten, Schulen und unschuldige Zivilisten abgesehen, die gnadenlos bombardiert werden:
*Dr. Alexander Kouzminov lebt seit 1994 in Neuseeland, wo er sich als hochqualifizierter und erfahrener Umweltexperte etabliert hat. Er verfügt über umfangreiche Erfahrungen sowohl in der neuseeländischen Zentralregierung als auch in der Privatwirtschaft als Seniorberater, Senioranalyst, Direktor und Geschäftsführer.
https://globalbridge.ch/geopolitischer- ... e-rechnen/
Original: https://globalbridge.ch/wp-content/uplo ... -point.pdf
Zur Erinnerung für Jene, die noch immer der Erzählung glauben, Russland habe es auf Kindergärten, Schulen und unschuldige Zivilisten abgesehen, die gnadenlos bombardiert werden:
Der russische Wissenschaftler Alexander Kouzminov erklärt warum, wann und wie der Krieg in der Ukraine beigelegt werden kann und vermutlich auch wird und erinnert quellenreich an die Historie des Konfliktes. Seine Analyse dürfte zumindest für die westlichen Verantwortlichen für die Finanzen ihrer Länder echt interessant sein, denn die unzähligen Milliarden, die in der Ukraine gegenwärtig verböllert werden, müssen ja irgendwoher kommen. Ohne die gigantische finanzielle Hilfe der EU ist die Ukraine in einem halben Jahr bankrott.Die politische Führung Russlands sieht keine wesentlichen Hindernisse für die Beilegung des Ukraine-Konflikts. Präsident Wladimir Putin im Februar 2022: ... die zuverlässige Gewährleistung des neutralen, nichtpaktgebundenen und atomwaffenfreien Status der Ukraine, ihre Entmilitarisierung und Entnazifizierung, zuverlässige Garantien für die Rechte und Freiheiten der russischsprachigen Bevölkerung und das ungehinderte Funktionieren der ukrainisch-orthodoxen Kirche.
*Dr. Alexander Kouzminov lebt seit 1994 in Neuseeland, wo er sich als hochqualifizierter und erfahrener Umweltexperte etabliert hat. Er verfügt über umfangreiche Erfahrungen sowohl in der neuseeländischen Zentralregierung als auch in der Privatwirtschaft als Seniorberater, Senioranalyst, Direktor und Geschäftsführer.
https://globalbridge.ch/geopolitischer- ... e-rechnen/
Original: https://globalbridge.ch/wp-content/uplo ... -point.pdf
Re: Sammlung wichtiger Informationsquellen
Ein Zeitdokument aus dem Jahr 2013 von Nikolaus Blome, Matthias Gebauer und Ralf Neukirch
Der Kampf um die Ukraine ist einer zwischen dem russischen Präsidenten und der deutschen Kanzlerin. Die erste Runde ging an Putin. Aber Merkel und die Europäer bauen den Profiboxer Vitali Klitschko zu ihrem neuen starken Mann auf.
Archiv: https://archive.ph/UfrUx
Der Kampf um die Ukraine ist einer zwischen dem russischen Präsidenten und der deutschen Kanzlerin. Die erste Runde ging an Putin. Aber Merkel und die Europäer bauen den Profiboxer Vitali Klitschko zu ihrem neuen starken Mann auf.
Archiv: https://archive.ph/UfrUx
Re: Sammlung wichtiger Informationsquellen
Die finanziellen Folgen der Ukrainepolitik von der Orangenen Revolution 2004 bis 2026
Von Wolfgang Effenberger
Die strategische Bedeutung der Ukraine
In der Geopolitik der Briten bereits vor dem Ersten Weltkrieg ebenso wie in der der Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg und vor allem nach dem Kalten Krieg spielte die Ukraine eine Schlüsselrolle. Nach Russland ist die Ukraine mit 603.000 Quadratkilometern das zweitgrößte Land Europas; sie grenzt im Westen an Polen, Ungarn und die Slowakei, im Norden an Belarus (Weißrussland), im Süden ans Schwarze Meer und im Osten an Russland. Die lange gemeinsame Grenze mit den russischen Nachbarn spielt im Krieg um die Ostukraine eine entscheidende Rolle.
Das Land ist in vielfältiger Weise in West und Ost geteilt: Der Westen ist durch den Einfluss der Habsburger von Landwirtschaft und Katholizismus geprägt und Ukrainisch sprechend, im Osten (östliches Donezkbecken) waren Zarentum und orthodoxe Kirche, die Schwerindustrie und die russische Sprache vorherrschend. Diese gewachsenen Unterschiede und – für den russischsprachigen Bevölkerungsteil – die Nähe Russlands, verstärkt durch viele Familienbande, machte es für die Strategen im Weißen Haus nicht leicht, die Ukraine einfach so in den Westen zu überführen.
Der polnisch-stämmige geopolitische Altmeister Zbigniew Brzeziński war bis zu seinem Tod 2017 einflussreicher als manche US-Präsidenten. 1997 ließ er in seinem schonungslos offenen Buch »Die einzige Weltmacht« an den Ambitionen der USA in Bezug auf Europa keinen Zweifel: „Tatsache ist schlicht und einfach, daß Westeuropa und zunehmend auch Mitteleuropa weitgehend ein amerikanisches Protektorat bleiben, dessen alliierte Staaten an Vasallen und Tributpflichtige von einst erinnern.“(1)
Was ist das übergeordnete Motiv? Für England war das ab 1871 vereinte und wirtschaftlich aufstrebende Deutschland die Hauptgefahr. Und seit dem Ende des 19. Jahrhunderts ist einer Elite der angelsächsischen Länder jedes Mittel recht, um eine starke Mittelmacht in Europa zu verhindern: Wirtschafts- und Handelskriege, Intrigen, gezielte Destabilisierungsmaßnahmen. Das hatte Bismarck schon im April 1888 erkannt: »Menschlichkeit, Friede und Freiheit ist immer ihr Vorwand, wenn es nicht Christentum und Ausbreitung der Segnungen der Gesittung unter Wilden und Halbbarbaren sein kann, zur Abwechslung. In Wahrheit aber schrieben die Times und die Königin [Viktoria, Anm. d. Verf.] im Interesse von England, das mit dem unsern nichts gemein hatte. Das Interesse Englands ist, daß das Deutsche Reich mit Rußland schlecht steht, unser Interesse, daß wir mit ihm so gutstehen, als es der Sachlage nach möglich ist“.(2)
Die Aussage Bismarcks wurde 127 Jahre später von George Friedman, Vorsitzender des US-amerikanischen Think Tanks Stratfor, noch weit übertroffen, indem er deutlich machte, dass die USA keine »Beziehungen« mit Europa hätten, es gäbe nur bilaterale Beziehungen zu den einzelnen Staaten. Dann kam er zum Punkt: „Also, aus urzeitlichem, urweltlichem Interesse der USA, wofür wir seit Jahrhunderten die Kriege führen – Ersten und Zweiten Weltkrieg und Kalter Krieg – waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland. Weil vereint sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann, und unser Interesse war es, sicherzustellen, dass das nicht geschieht. (3)
https://afsaneyebahar.com/wp-content/uploads/2026/07/we23072026.pdf
Von Wolfgang Effenberger
Die strategische Bedeutung der Ukraine
In der Geopolitik der Briten bereits vor dem Ersten Weltkrieg ebenso wie in der der Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg und vor allem nach dem Kalten Krieg spielte die Ukraine eine Schlüsselrolle. Nach Russland ist die Ukraine mit 603.000 Quadratkilometern das zweitgrößte Land Europas; sie grenzt im Westen an Polen, Ungarn und die Slowakei, im Norden an Belarus (Weißrussland), im Süden ans Schwarze Meer und im Osten an Russland. Die lange gemeinsame Grenze mit den russischen Nachbarn spielt im Krieg um die Ostukraine eine entscheidende Rolle.
Das Land ist in vielfältiger Weise in West und Ost geteilt: Der Westen ist durch den Einfluss der Habsburger von Landwirtschaft und Katholizismus geprägt und Ukrainisch sprechend, im Osten (östliches Donezkbecken) waren Zarentum und orthodoxe Kirche, die Schwerindustrie und die russische Sprache vorherrschend. Diese gewachsenen Unterschiede und – für den russischsprachigen Bevölkerungsteil – die Nähe Russlands, verstärkt durch viele Familienbande, machte es für die Strategen im Weißen Haus nicht leicht, die Ukraine einfach so in den Westen zu überführen.
Der polnisch-stämmige geopolitische Altmeister Zbigniew Brzeziński war bis zu seinem Tod 2017 einflussreicher als manche US-Präsidenten. 1997 ließ er in seinem schonungslos offenen Buch »Die einzige Weltmacht« an den Ambitionen der USA in Bezug auf Europa keinen Zweifel: „Tatsache ist schlicht und einfach, daß Westeuropa und zunehmend auch Mitteleuropa weitgehend ein amerikanisches Protektorat bleiben, dessen alliierte Staaten an Vasallen und Tributpflichtige von einst erinnern.“(1)
Was ist das übergeordnete Motiv? Für England war das ab 1871 vereinte und wirtschaftlich aufstrebende Deutschland die Hauptgefahr. Und seit dem Ende des 19. Jahrhunderts ist einer Elite der angelsächsischen Länder jedes Mittel recht, um eine starke Mittelmacht in Europa zu verhindern: Wirtschafts- und Handelskriege, Intrigen, gezielte Destabilisierungsmaßnahmen. Das hatte Bismarck schon im April 1888 erkannt: »Menschlichkeit, Friede und Freiheit ist immer ihr Vorwand, wenn es nicht Christentum und Ausbreitung der Segnungen der Gesittung unter Wilden und Halbbarbaren sein kann, zur Abwechslung. In Wahrheit aber schrieben die Times und die Königin [Viktoria, Anm. d. Verf.] im Interesse von England, das mit dem unsern nichts gemein hatte. Das Interesse Englands ist, daß das Deutsche Reich mit Rußland schlecht steht, unser Interesse, daß wir mit ihm so gutstehen, als es der Sachlage nach möglich ist“.(2)
Die Aussage Bismarcks wurde 127 Jahre später von George Friedman, Vorsitzender des US-amerikanischen Think Tanks Stratfor, noch weit übertroffen, indem er deutlich machte, dass die USA keine »Beziehungen« mit Europa hätten, es gäbe nur bilaterale Beziehungen zu den einzelnen Staaten. Dann kam er zum Punkt: „Also, aus urzeitlichem, urweltlichem Interesse der USA, wofür wir seit Jahrhunderten die Kriege führen – Ersten und Zweiten Weltkrieg und Kalter Krieg – waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland. Weil vereint sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann, und unser Interesse war es, sicherzustellen, dass das nicht geschieht. (3)
https://afsaneyebahar.com/wp-content/uploads/2026/07/we23072026.pdf
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